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Parodontale Defektauffüllung mit phasenreinem
ß-Trikalziumphosphat in Verbindung mit einer resorbierbaren Membran


Knochenersatzmaterialien werden seit vielen Jahren zur Rekonstruktion von Defekten im Bereich der Kiefer verwendet. Unterschiedliche Substrate kommen zum Einsatz, wobei osteogene, alloplastische und synthetische Stoffe zur Verfügung stehen. Eine besondere Bedeutung kommt dem synthetisch hergestellten phasenreinen ß-Trikalziumphosphat zu, weil dieses Material innerhalb einer überschaubaren Zeit vollständig resorbiert und durch ortsständigen Knochen ersetzt wird. Die Therapie der parodontalen Knochendefekte kann resektiv oder regenerativ erfolgen, letztere unter Verwendung von spezifischen Membranen, von geeignetem Knochenersatzmaterial oder in Kombination von beiden. Die richtige Indikationsstellung unter Berücksichtigung der vorliegenden Diagnose führt zu einer Regeneration des parodontalen Gewebes.


Klinisches Vorgehen

Nach Bestimmen der Sondierungstiefe wird mittels sulkulärer Inzision ein vollmobilisierter Lappen erstellt (Mukoperiostlappen). Es folgt eine sorgfältige und vollständige Wurzel- reinigung und- glättung.
Die Wurzeloberflächenkonditionierung führen wir bei uns in der Praxis mit 2%iger Zitronensäure durch. Danach füllen wir den parodontalen Defekt mit Cerasorb (ß-Trikalziumphosphat), wobei das Material noch etwas verdichtet wird. Je nach Defekt-größe und Indikationsstellung werden verschieden große Granula verwendet. Zur Stabilisierung des Substrates wird die flüssige Membran Atrisorb verwendet. Es wird auf das Granulat geträufelt und mit Auftragen von physiologischer Kochsalzlösung gehärtet. Danach liegt die Membran als gelantineartiger Überzug vor und läßt sich am Rand an den umgebenden Knochen adaptieren. Zum Schluß muß beim Reponieren des Lappens darauf geachtet werden, daß die Defektregion komplett verschlossen ist. Klinische Studien belegen, daß Atrisorb das Granulat mindestens vier Monate an der applizierten Stelle hält.


Schlußbetrachtung

In der parodontalen Therapie sind seit Jahren chirurgisches und nichtchirurgisches Vorgehen bekannt. Desweiteren gibt es verschiedene Schleimhauttechniken, verschiedene Verschiebe- lappentechniken, Papillentechniken usw.
Im chirurgischen Vorgehen ist auch schon seit Jahren die Defektauffüllung mit Granula bzw. die Membrantechnik nichts Unbekanntes. In den letzten zehn Jahren hat sich aber zunehmend immer mehr die resorbierbare Membrantechnik durchgesetzt. Wir verwenden Atrisorb sowohl bei ein-,zwei- und dreiwandigen Defekten, auch wenn die Prognose für einen dreiwandigen Defekt mit reiner Granulaauffüllung ohne resorbierbare Membran günstig ist.

Aufgrund des zeitsparenden Vorgehens, der einfach klinischen Handhabung, der hohen Bio- kompatibilität der Materialien, bietet sich dieses Vorgehen bei parodontaler Defektauffüllung dem Patienten als einfache und unkomplizierte Lösung an.

Lit.: "ZWR" Heft 6/99, Atrisorbdirect